Diktator des Monates:
März 2007
| Walter
Ulbricht
Die Tatsachen Name: Walter Ulbricht |
Biographie
Walter Ulbricht war gelernter Tischler. Bereits seit 1908 tritt er dem Arbeiterjugendbildungsverein Alt Leipzig bei, 1912 wurde er Mitglied der SPD. Während des Ersten Weltkrieges wurde er als Soldat in verschieden Staaten Europas eingesetzt Im Jahr 1917 trat er der USPD bei, einer Abspaltung der SPD. Während der Novemberrevolution 1918 war Ulbricht Mitglied des Soldatenrates seines Armeekorps. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig nahm er an der Gründung der KPD teil, für die er von 1926-1929 im sächsischen Landtag saß. Ab 1928 war er auch Mitglied des Reichstags und kurz darauf auch im Zentralkomitee (ZK) seiner Partei. nach Machtübernahme der NSDAP 1933 führte er die Arbeit der KPD in der Illigalität weiter. Er wurde Steckbrieflich gesucht und emigrierte nach Paris. Nach der Arbeit in Paris und Prag zog er nach Moskau, wo er nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieg beim deutschsprachigen Program vonradio Moskau arbeitete. In Kriegsgefangenschaft und an der Sowjetischen Front betreute er deutsche Soldaten und Versuchte, sie für den Aufbau eines Deutschen Staates im Sinn der KPD zu gewinnen. Zusammen u.a. mit Herbert Wehner forderte er deutsche Soldaten in Stalingrad über Megaphon zur Kapitulation und zum Überlaufen auf.So war er 1943 Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD) in der UDSSR, ein Aktionsbündnis von Menschen, die gegen den Faschismus kämpfen wollten. Am 30. April 1945 kehrte Ulbricht als Chef der nach Ihm bekannten Gruppe Ulbricht in das Zerstörte Deutschland zurück und organisierte den Wiederaufbau der KPD und 1946 deren Zwangsvereinigung mit der SPD in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde er Stellvertretender Vorsitzender im Ministerat unter dem Vorsitzenden Otto Grotewohl. 1950 folgte die Ernennung zum Generalsekretär des ZK der SED, 1953 zum Ersten Sekretär des ZK der DDR Nach dem Tod von Josef Stalin war seine Stellung zeitweise stark gefährdet, da er als Prototyp des Stalinisten galt.paradoxerweise rettete ihm der Auufstand vom 17.Juni 1953, da die Sowjetunion seine Geplante absetzung als Schwächezeichen verstanden hätte. 1960 wurde er Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates und Vorsitzender des neu geschaffender Staatsrates der DDR zum Staatsoberhaupt nach dem Tode von Wilhelm Pieck. Aufgrund seiner langen Amtzeit als Partei- und später auch als Staatschef hat er die DDR über zwanzig Jahre ganz Entscheidend geprägt. Am 13 August 1961 begann unter seiner Führung der Bau der Berliner Mauer. Dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag 1968 und somit die Niederschlagung des Prager Frühling stand Ulbricht Positiv gegenüber. Gegen die tiefgreifende Beschäftigung mit Erscheinungen des Stalinismus und Personekult verwahrte sich Ulbricht, da er seine Position gefährdet sah. Innerparteiliche Kritikerwurden ab 1958 unnachgiebig als Fraktionsbildner diffamiert und Kaltgestellt Ulbricht versuchte seit 1963 zusammen mit seinen Wirtschaftsberater Dr.berger mit dem Neuen Ökonomischen System derPlanung und Leitung (NÖSPL) eine Größere Effektivität der Wirtschaft zu erreichen.Der Gesamtheitliche Plan sollte bestehen bleiben, aber die einzelne Betriebe sollten größere Entscheidungsmöglichkeiten haben. Es ging dabei nicht nur um den Anreiz durch eigen Verantwortung, sondern auch darum, das Konkrete Fragen vor Ort besser entschieden werden können. Eines seiner Besonderen Steckenpferde war die Wirssenschaftliche Leitung der Wirtschaft und der Poltik, unter anderem mittels " Kybernetik" Elementen der Psycholgie und Sotiologie, aber vor allem stärker auf Naturwissenschaftlich- technischer Basis Das NÖSPL war Ulbrichts größter Erfolg - die Akkumulationsrate war hoch wie noch nie, das Wachstum der Wirtschaft war während dieser Phase höher als das der BRD, allerdings kam es ab 1965 innerhalb der Partei zu größerem Widerstand gegen das NÖSPL. Der Führer der Opposition, die sich der Unterstützung Breschnews erfreute, war Erich Honecker, der wiederum auf die Stimmen zahlreicher Parteimitglieder hoffen konnte. Das NÖSPL sah auch die Verbindung der Ökonomie mit der Wissenschaft vor, was in der Praxis hieß, dass mehr und mehr Fachleute die Entscheidungen trafen. Viele Mitglieder der SED waren also, aufgrund der Annahme ihres Einflusses in der Wirtschaft, gegen das NÖSPL eingestellt. Theoretisch sah Ulbricht den Sozialismus nicht als Übergangsphase zum Kummunismus, sondern al eine Relative selbständige Sozialökonomische Formation in der Historischen Epche des Übergangs vom Kapitalismus zum Kummunismus im Weltmaßstab , was sich in dem von Ihm geprägten Begrif der sozialistischen Menschengemeinschaft ausdrückte, der von der Nixexistenz antagonistischer Widersprüche im Sozialismus ausging; der Begriff wurde nach seinem Tod Schnell Fallengelassen. nach Streitigkeiten mit Teilen der Parteiführung im Bereich Wirtschafts- und Außenpolitik 1970 kam es zur Schwächung seiner Position in der Partei. Auf Walter Ulbrich geht auch der Standpunkt der DDR- Führung zurück, der Erklärte dass Normale diplomatische Beziehungen zwischen DDR und der BRD nur geben könne, wenn beide Staaten die volle Souveränität des jeweiligen anderen Staates Anerkannten. Dies Stand im Gegensatz zur Hallstein Doktrin, einer westdeutschen Leitlinie, die darauf bestand, das Westdeutschland der Einzige legitime Staat sei. Diese Stellungsnahme ist im ängelsächsichen Raum als Ulbricht Doktrin bekannt worden. 1971 wurde Ulbricht gezwungen von fast allen Ämtern Zurückzutreten, und er wurde nach vorheriger Abstimmung mit Brechnew - von Erich Honecker abgelößt. Ulbricht behielt das dann einflusslose Amt des Staatsrat der DDR bis zu seinen Lebensende. Allerdings wurde schon kurz nach seinem Tod sein Name aus der DDR Geschichte weitgehend entfernt. Walter Ulbricht war Zweimal verheiratet: ab 1920 mit Martha Schmellinsky und ab 1953 mit Lotte Kühn. Das Paar hatte eine Adoptivtochter aus der UDSSR namens Beate. Originalartikel wird mit Genehmigung des Verfassers veröffentlicht
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