Diktator des Monates: April 2006

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Josip Broz Tito

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Die Tatsachen

Name: Josip Broz Tito
Land: Jugoslawien
Geburtstag: 07 Mai 1892
Gestorben: 04 Mai 1980
Daten seiner Regierung: 1945-1980
Wie er an die Macht gekommen ist: befördert
Gattung: Militärdiktator
Kernwaffen: nein
Größte Leistungen: Berühmter Diktator von Jugoslawien, der für 35 Jahre das Land zusammenhielt und den Russen Widerstand geleistet hat

Bewertung (hier befinden sich die Erklärungen)  

Charisma/ Popularität: 4
Gefahrfaktor (Außenpolitik): 1,5
Unterdrückungsbewertung: 2
Anzahl seiner Opfer: 2
Regierungsdauer: 5
Wirtschaftsangelegenheiten: 3,5
Infamiefaktor: 5
Staatsmannfaktor: 5
Extremismus: 2
Progressivität: 3,5
Gesamtbewertung (50 max): 33,5

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Biographie

Das Pseudonym Tito nahm Josip Broz 1934 an, als er Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei Jugoslawiens wurde und in den politischen Untergrund ging.

Als Marschall führte Tito im 2. Weltkrieg die kommunistischen Partisanen im Kampf gegen die deutschen Besatzer Jugoslawiens. Nach dem Krieg wurde er zunächst Ministerpräsident und schließlich Staatspräsident seines Landes, ein Amt, das er bis zu seinem Tod bekleidete. Er verfolgte eine von der Sowjetunion unabhängige Politik und galt seit den 50er Jahren als einer der führenden Staatsmänner der Bewegung der blockfreien Staaten. Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend und erste Kriegserfahrungen

Josip Broz entstammte einer kleinbäuerlichen Familie in Kroatien, das zur Zeit seiner Geburt zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater war Kroate, seine Mutter Slowenin. Er absolvierte eine Schlosserlehre und trat 1910 in die sozialdemokratische Partei ein. 1913 wurde er in die österreichisch-ungarische Armee eingezogen. Als im Jahr darauf der Erste Weltkrieg ausbrach, kam er zunächst als Unteroffizier an die Front gegen Serbien, bis er 1915 in russische Gefangenschaft geriet.

In Russland wurde er Zeuge der Oktoberrevolution und trat 1918 in die Rote Armee ein. Auf ihrer Seite kämpfte er im Bürgerkrieg zwischen den Bolschewiki und ihren Gegnern. Erst 1920 kehrte er in seine Heimat zurück, die nun zum neu geschaffenen Königreich Jugoslawien gehörte.

In der Zwischenkriegszeit

Josip Broz schloss sich nach seiner Heimkehr der Kommunistischen Partei Jugoslawiens an. 1927 wurde er zum Sekretär der Metallarbeitergewerkschaft gewählt. Da die KPJ damals verboten war, wurde er wegen politischer Agitation mehrmals inhaftiert zuletzt von 1928 bis 1934. Nach seiner Entlassung emigrierte er nach Paris, wurde aber noch im gleichen Jahr in das Zentralkomitee des Politbüros der KPJ gewählt.

In den Jahren von 1936 bis 1938 engagierte sich Tito, wie er sich seit 1934 nannte, auf der Seite der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg. 1937 ernannte ihn die Komintern zum Generalsekretär der KPJ, eine Funktion, in der er 1940 durch eine Nationalkonferenz seiner Partei bestätigt wurde.

Nachdem Nazi-Deutschland Jugoslawien im Juni 1941 überfallen hatte, organisierte Tito den bewaffneten Widerstand der jugoslawischen Kommunisten gegen die deutschen und italienischen Besatzer in Form des Partisanenkrieges.

Während des Krieges gelang es den kommunistischen Partisanen Jugoslawiens unter der Führung Titos sich gegen die Besatzer und die mit ihnen verbündete faschistische Ustascha-Bewegung aus Kroatien durchzusetzten. Vor allem in Serbien und Bosnien kämpften sie gegen die zunächst kollaborierenden königstreuen Cetniks. Die "Volksbefreiungsarmee" (Narodnoslobodilacka vojska/armija) konnte sich als politisch einflussreichste Gruppe etablieren. Während des Widerstandskampfes wurde Tito zum Marschall ernannt und stand ab dem 29. November 1943 als Präsident an der Spitze des "Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung" (AVNOJ), der eine provisorische Regierung bildete und weite Teile des besetzten Landes kontrollierte.

Seit Ende 1944 übte der Antifaschistische Rat die Macht in ganz Jugoslawien aus. Er wurde auch von den Alliierten anerkannt und vor allem vom britischen Premier Winston Churchill unterstützt. Bereits während des Krieges zielte Titos Diplomatie darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zu halten - einerseits, um im Befreiungskampf von beiden Seiten unterstützt zu werden, andererseits, um nach dem Krieg weiter unabhängig agieren zu können.

Nach Kriegsende ließ sich Tito in einer Volksbefragung den Machterhalt bestätigen. Am 29. November 1945 wurde er Ministerpräsident der Volksrepublik Jugoslawien. Bis 1953 betrieb er mit Hilfe der Nationalen Volksbefreiungsfront und der KPJ die Umwandlung Jugoslawiens in einen sozialistischen Staat.

Dabei setzte er auch brutale Repressionen nach stalinistischem Vorbild ein. So geschah unter seiner Verantwortung im Mai 1945 das Massaker von Bleiburg. Dabei wurden zahlreiche politische Gefangene in Karsthöhlen wie z. B. der Jazovka ermordet oder auf die Gefängnisinsel Goli Otok gebracht.

Da Titos Partisanenbewegung Jugoslawien ohne direktes Eingreifen der Roten Armee befreit hatte, war das Land das einzige sozialistische Land ohne sowjetische Besatzungstruppen. Dies ermöglichte Tito eine auf Unabhängigkeit und Gleichberechtigung beruhende Außenpolitik, zu der auch eigenständige Beziehungen zum Westen gehörten.

Zudem nahm er für Jugoslawien in Anspruch, einen eigenen Weg zum Sozialismus zu gehen, der im Kern ein gewisses Maß an Selbstverwaltung der Betriebe vorsah. Dieser so genannte Titoismus brachte das Land in Gegensatz zu den sowjetischen Hegemoniebestrebungen und führte 1948 zum Bruch zwischen Tito und Stalin. Die Auseinandersetzung wurde mit erbitterter Härte geführt. Stalin versuchte vergeblich, die jugoslawische Partei gegen Tito aufzuhetzen und drohte ihm in der Prawda öffentlich mit Mord ('das Schicksal Trotzkis ist lehrreich', konnte man dort in Bezug auf Tito lesen). Die Einladung Stalins, in Moskau die Differenzen 'freundschaftlich' zu besprechen, lehnte Tito ab - sonst hätte er auch kaum ein hohes Alter erreicht und wäre friedlich in seinem Bett gestorben. Erst unter Chruschtschow kam es - zu Titos Bedingungen - wieder zu normalen Beziehungen mit der Sowjetunion.

Nach der Annahme einer neuen Verfassung im Jahr 1953 übernahm Tito das Amt des Staatspräsidenten, das er ab 1963 auf Lebenszeit inne hatte. Er setzte sich für die Gleichberechtigung der Staaten, die friedliche Koexistenz der Blöcke und die Entwicklungsländer ein. Zusammen mit den Staatschefs von Ägypten und Indien, Gamal Abdel Nasser und Jawaharlal Nehru gehörte er zu den Protagonisten einer Politik der Blockfreiheit. Diese wurde mit der Gründung der Blockfreienorganisation (Non Aligned Movement NAM) institutionalisiert. Durch sein Charisma und seine auf Ausgleich zielende Politik erwarb er sich auch außerhalb Jugoslawiens besonderes Ansehen. Er war einer der angesehenensten Vertreter der blockfreien Staaten.

Innenpolitisch verfolgte Tito weiterhin einen autoritären Regierungsstil, obwohl es nach der Absetzung des Sicherheitschefs Aleksandar Rankovic 1966 zu einer deutlichen Liberalisierung der jugoslawischen Gesellschaft kam, die sich z.B. in einer relativen Freiheit von Kunst und Kultur ausdrückte. Den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR 1968 verurteilte Tito scharf, was sein Image im westlichen Ausland zusätzlich verbesserte. Im Jahr 1971 ließ er nach nationalistisch gefärbten Demonstrationen den Kroatischen Frühling niederschlagen, auf den Massenverhaftungen folgten. Die Ereignisse führten jedoch dazu, dass Jugoslawien 1974 auf Initiative Titos eine Verfassung erhielt, die den Föderalismus stärker betonte. Dies war eine der Forderungen des Kroatischen Frühlings gewesen.

Im Januar 1980 kam der 87-jährige mit einer schweren Thrombose im linken Bein ins Krankenhaus. Es musste kurze Zeit danach amputiert werden. Am 4. Mai 1980 verstarb Tito nach längerer Krankheit im medizinischen Zentrum in Ljubljana. Millionen von Menschen begleiteten seinen Sarg in einem Trauerzug durch das ganze Land.

Er liegt im Belgrader Mausoleum "Kuca Cveca" (Haus der Blumen) begraben.

Dieser Artikel stammt von www.wikipedia.de :

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