Diktator des Monates: März 2004:

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Pol Pot

   

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Die Fakten

Name: Pol Pot (geboren Saloth Sar)
Land: Kambodscha
Geburtstag: 19 Mai, 1925
Gestorben: 15 April, 1998

Daten seiner Regierung: 1975-1979
Wie er an die Macht gekommen ist: Militärputsch
Gattung: Despot
Kernwaffen: nein
Größte Leistungen: Verschuldete Holocaust in Kambodscha, in dem möglicher Weise 2 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind

Bewertung (hier befinden sich die Erklärungen)

Charisma/ Popularität: 1,5
Gefahrfaktor (Außenpolitik): 3,06
Unterdrückungsbewertung: 4,88
Anzahl seiner Opfer: 5
Regierungsdauer
: 2
Wirtschaftsangelegenheiten: 1,5
Infamiefaktor
: 4,38
Staatsmann Faktor: 1,63
Extremismus: 5
Progressivität. 1,5
Gesamtbewertung (50 maximal): 30,44

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Zusammenfassung:

Pol Pot (Ursprünglicher Name: Saloth Sar) (geboren vermutlich 19. Mai 1925, Provinz Kompong Thom, Kambodscha; gestorben 15. April 1998, Anlong Veng) war von 1975 - 1979 kommunistisches Staatsoberhaupt in Kambodscha. 

Als Sohn eines Bauern verbrachte Pol Pot 6 Jahre seiner Kindheit in einem buddhistischen Kloster, davon 2 Jahre als Mönch. In Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, erlernte er das Zimmerhandwerk. Bereits 1946 war er Mitglied der Kommunistischen Partei Kambodschas, deren Parteisekretär er von 1963 bis 1975 war.

Von 1949 bis 1953 studierte Pol Pot Radioelektronik in Paris. Dort entwickelte er auch seine kommunistischen Ideen weiter und schloss sich der dortigen kommunistischen Partei an. 1956 heiratet er seine Geliebte Khieu Ponnary, von der er sich 1985 scheiden lässt, nachdem sie geistig umnachtet wurde. Nach seiner Rückkehr nach Kambodscha lehrte er bis 1963 in einer Privatschule in Phnom Penh und versuchte dort auch seine Schüler von der kommunistischen Idee zu überzeugen. Als die Regierung unter Prinz Norodom Sihanouk gegen die Kommunisten im Land vorging, musste Pol Pot in den Dschungel nahe der vietnamesischen Grenze fliehen. Dort baute er eine Guerillaorganisation auf, die regen Zulauf unter den dortigen Bauern fand, da diese unter der Ausweitung des Vietnamkrieges durch Nordvietnamesen, Vietcong und US-Amerikaner litten und sich wohl auch vom Argument Pol Pots überzeugen ließen, die Probleme Kambodschas rührten von einem unüberwindlichen Stadt-Land-Konflikt, der zugunsten der Landbevölkerung gelöst werden müsse.

Zuletzt kontrollierte er mit seinen "Khmers Rouges" (französisch für Rote Khmer) Kambodscha mit Ausnahme der Hauptstadt, deren Bevölkerung aufgrund der Kämpfe in den Provinzen binnen kurzer Zeit auf an die 3 Millionen angewachsen war, und die bis zum 17. April 1975 von Lon Nol (der sich 1970 mit Hilfe der Amerikaner an die Macht geputscht hatte) gehalten werden konnte.

Mit dem Fall Phnom Penhs begann eines der blutigsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Die Roten Khmer begannen, die radikalen Ideen des "Bruders Nummer 1" vom kommunistisch-primitivistischen Bauernstaat konsequent umzusetzen und zwangen die Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe, die Hauptstadt binnen 48 Stunden zu verlassen. Sie sollten auf dem Lande als Bauern und Landarbeiter eingesetzt werden. Intellektuelle (auch Brillenträger wurden dafür gehalten) galten als überflüssig und unerwünscht. In den folgenden 4 Jahren wurden mindestens 1,5 bis 2 Millionen Kambodschaner, vor allem der gebildete Teil der Bevölkerung und Regimekritiker, durch die Roten Khmer ermordet. So überlebten diese Episode der kambodschanischen Geschichte landesweit gerade einmal 50 Ärzte und 5000 von vormals 20.000 Lehrern.

Nicht zuletzt aufgrund der historisch gewachsenen Feindschaft zwischen Kambodschanern und Vietnamesen versuchte Pol Pot seinen Kommunismus an den chinesischen Weg anzulehnen, ohne dabei Kambodschas Eigenständigkeit aufzugeben. Zusätzlich glaubte er, Maos Kulturrevolution für die Umgestaltung Kambodschas übernehmen zu können.

Der Tod Maos und das katastrophale Scheitern seines 4-Jahres Plans, den er 1976 ausgerufen und der eine Verdreifachung der Agrarproduktion vorgesehen hatte, trafen Pol Pot schwer, und er wurde zunehmend paranoid. In Folge dessen beschuldigte er sogar engste Mitarbeiter und Mitglieder der Partei der Sabotage. Es wurden Säuberungsaktionen durchgeführt, und jedes Parteimitglied, welches seiner Meinung nach versagt hatte oder mit den Vietnamesen sympathisierte, wurde verhaftet und getötet. Terror und Massenmorde nahmen nun täglich zu.

Ende des Jahres 1978 begann Vietnam die Intervention in Kambodscha. Bereits am 7. Januar 1979 eroberten sie die Hauptstadt, und rund 30.000 der Roten Khmer flohen in das Umland, vor allem auch in die unwegsamen Dschungelgebiete an der Grenze zu Thailand. China leitete zwar daraufhin eine Strafaktion ein, in der sie mit Truppen die vietnamesische Grenze überschritten, doch das Terrorregime Pol Pots konnte nicht mehr gerettet werden.

Auf absurde Art hatte sich nun das Blatt jedoch gewendet und Pol Pot wurde nun auch von den USA mit Waffenlieferungen unterstützt, um gegen die vietnamesische Marionettenregierung von Regierungschef Heng Samrin zu kämpfen.

Nach einem Interview im Jahre 1979 zog er sich lange Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Sein letztes Interview gab Pol Pot dem US-Journalisten Nate Thayer 1997.

Im Juni 1997 wurde Pol Pot von den Roten Khmer unter der Führung von Oung Choeun alias Ta Mok, der wegen seiner Brutalität als "Schlächter" bezeichnet wurde und bis 1979 militärischer Oberbefehlshaber der Verwaltungszone Südwest des "Demokratischen Kampuchea" gewesen war, aus seiner Führungsposition als "Bruder Nr.1" verdrängt. Im Juli 1997 wurde Pol Pot auf einem Khmer Rouge-Volkstribunal als Verräter zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im April 1998 beging Pol Pot in Anlong Veng im Norden Kambodschas Selbstmord, nachdem er erfahren hatte, dass General Ta Mok den USA seine Auslieferung angeboten hatte. Offiziell wurde damals als Todesursache ein Herzinfarkt genannt. Die ungewöhnlich schnelle Verbrennung seines Leichnams und die Ablehnung der Khmer Rouge, eine Autopsie vornehmen zu lassen, hatte zu Spekulationen über die Todesursache Pol Pots geführt, u.a. wurde Vergiftung oder Mord vermutet. Erst 1999 wurde bekannt, dass Pol Pot an den Folgen einer Überdosis von Medikamenten verstarb.

Dieser Artikel stammt von www.wikipedia.de :

http://de.wikipedia.org/wiki/Pol_Pot

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